Abhöranlagen und Spionagenetze von Geheimdiensten


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Da auf dieser Seite der Webseite verschiedene veröffentlichte Geheimdienst-Informationen zusammengefasst sind, könnte es sein, dass mind. ihr Internetverkehr kontrolliert wird, falls Sie weiterlesen. Dieser Bereich soll eine zusammengefasste Informationsquelle aus Medien für verfolgte Zivilisten von Geheimdiensten darstellen. Viel Glück!


Nachrichtendienst-Spionagenetz Echelon

Echelon ist ein weltweites Spionagenetz, das von Nachrichtendiensten der USA, Großbritanniens, Australiens, Neuseelands und Kanadas betrieben wird. Das System dient zum Abhören bzw. zur Überwachung von über Satellit geleiteten privaten und geschäftlichen Telefongesprächen, Faxverbindungen und Internet-Daten. Die Existenz des Systems gilt seit einer Untersuchung des europäischen Parlaments von 2001 als gesichert. Über den genauen Umfang und die Art der Abhörmaßnahmen gibt es wegen der Geheimhaltung seitens der Betreiber keine zuverlässigen Angaben.

Quelle: Wikipedia.org


Abhöranlagen in der Schweiz

Nachrichtendienst des Bundes: Sattelitenabhörsystem Onyx

Wie der Nachrichtendienst des Bundes spioniert

Der Nachrichtendienst des Bundes ist ein Staat im Staat: In den Abhöranlagen in Leuk VS und Wolfrichti BE darf er alles, ausser Schweizer abhören, die sich in der Schweiz befinden. Doch die politische und juristische Kontrolle funktioniert oft nicht.

Der Fall der Firma Wavecom in Bülach ZH sorgt schweizweit für Schlagzeilen: Wie die «Nordwestschweiz» gestern aufdeckte, betreibt das Unternehmen auf dem Dach des Firmengebäudes eine mutmasslich illegale Abhöranlage.

Das ist heikel: Private dürfen nicht-öffentliche Gespräche ohne Sonderbewilligung nicht abhören. Nur schon das Anbringen einer Abhöranlage oder das Entwerfen von Konstruktionsplänen steht laut Bundesamt für Kommunikation (Bakom) unter Strafe.

Klar ist auch: Der Nachrichtendienst des Bundes ist über das Zentrum für elektronische Operationen in Zimmerwald BE Kunde von Wavecom. Das Verteidigungsdepartement in Bern hat entsprechende Recherchen der «Nordwestschweiz» bestätigt.

Ob zwischen Bülach und Zimmerwald verbotenerweise auch Daten – etwa über Schweizer Bürger – fliessen oder geflossen sind, ist offen. Technisch wäre dies gemäss unabhängigen Experten ohne Probleme möglich.

Das Abhörsystem Onyx

Anders als Privatfirmen darf der Schweizer Geheimdienst ganz legal Satelliten und andere Kommunikationskanäle abhören. Dazu verfügt der NDB über zwei grosse Satelliten-Abhörstationen, die zum schweizerischen Spionagesystem Onyx gehören.

Betrieben werden die Antennen vom Verteidigungsdepartement (VBS), das per Satellit übertragene, hauptsächlich zivile Mitteilungen aus der ganzen Welt abfängt. Eine spezielle Software durchsucht die Daten nach Stichwörtern, um aus der gigantischen Datenmenge relevante Informationen herauszufiltern.

Die kleinere der zwei Onyx-Abhöranlagen befindet sich in Wolfrichti BE. Mit Parabolantennen hört das VBS dort den Satellitenverkehr und den Funkverkehr im Hochfrequenzbereich ab.

Die zweite, grössere Anlage steht in Leuk VS. Deren Antennen sind in Richtung Süden auf verschiedene Satelliten ausgerichtet. Das Wallis eignet sich hervorragend dazu: Die Luft ist klar und staubarm, das umgebende Gebirge hält Funkstörungen von den Parabolantennen fern.

Ein Grossteil der Abhöranlage in Leuk gehört der Schweizer Firma Signalhorn AG, die wiederum einem Unternehmen mit Sitz in Deutschland gehört.

Die Signalhorn AG steht im Ruch, eng mit dem amerikanischen Geheimdienst NSA zu kooperieren, dessen umfassende Spionagetätigkeit spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden bekannt ist. Die Firma bestreitet diese Verbindung. Auch der Bundesrat weiss von nichts.

Die in Leuk und Wolfrichti gesammelten Daten werden im Zentrum für elektronische Operationen der Armee in Zimmerwald ausgewertet. Die Abhörspezialisten der Armee verfassen anschliessend sogenannte Comint-Berichte für den NDB.

Comint steht für Communication Intelligence und bedeutet das Abfangen und Auswerten von Telekommunikation zwecks Spionage. Der NDB verfasst schliesslich zuhanden des Bundesrats und der Armeespitze regelmässige Lageberichte über die Sicherheit der Schweiz.

Keine Daten von Schweizern

Die Frage, was der Geheimdienst in Leuk und Wolfrichti abhören darf, ist in der Verordnung über die elektronische Kriegsführung und Funkaufklärung (VEKF) geregelt.

Alle Daten von Personen im Ausland dürfen abgefangen, gespeichert und ausgewertet werden, auch wenn es Schweizer Bürger sind. Abgefangene Daten über Personen im Inland aber müssen vernichtet werden, es sei denn, es existiert eine richterliche Genehmigung zur Aufklärung eines Verbrechens.

Mit anderen Worten: Wenn zwei Schweizer in den Ferien auf Mallorca miteinander via Satellit telefonieren oder sich E-Mails schicken, dann müssen sie damit rechnen, auch vom NDB abgehört zu werden. Befindet sich aber mindestens einer der Gesprächspartner auf Schweizer Boden, ist Spionage illegal.

Wie Recherchen der «Nordwestschweiz» zeigen, hört die Firma Wavecom in Bülach mindestens zu Schulungszwecken Funkverkehr über Satellit ab. Theoretisch könnten dies auch Gespräche, Mails und Fax zwischen Inländern sein.

Quelle: AargauerZeitung.ch

NSA: Abhörstation Leuk

Mit welchen Methoden die NSA in der Schweiz spioniert

Ausländische Geheimdienste können in der Schweiz schalten und walten, wie sie wollen. Erstmals zeigt ein Bericht auf, mit welchen Mitteln hierzulande Daten abgegriffen und Überwachungen durchgeführt werden.

Edward Snowdens Enthüllungen über die Überwachungsmethoden der Geheimdienste NSA und GCHQ kommen nach wie vor in regelmässigen Abständen und bringen Staaten und Unternehmen in Erklärungsnot. Die Schweiz war dabei immer nur am Rande betroffen, hat man bisher gedacht. Das ist falsch, wie ein Bericht der Digitalen Gesellschaft zeigt. In Wahrheit befinden wir uns in einem Land, in dem es wenig Unterschied macht, ob man unbescholtener Bürger oder Schwerverbrecher ist. Es gibt kaum eine Möglichkeit, seine Daten vor fremdem Zugriff zu schützen.

Abhörstation Leuk

Im Jahr 2000 verkaufte Swisscom die Satelliten-Bodenstation Leuk an die US-Gesellschaft Verestar, der Verbindungen zur NSA nachgesagt werden. Auf dem gleichen Gelände betreibt das Eidgenössische Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) Onyx, das elektronische Aufklärungssystem der Armee. Auch wenn diese Anlage nicht mitverkauft wurde, war schnell von Spionage die Rede. Mindestens ein Dienstleistungsvertrag wurde abgeschlossen, in dessen Rahmen sich Verestar ? die heute Signalhorn AG heisst ? um die Wartung der Infrastruktur von Onyx kümmern sollte. Kritische Stimmen wurden vom Bundesrat mit der Nachricht beschwichtigt, dass Verestar keine Kenntnisse von den VBS-Daten haben könne, weil das Unternehmen nicht mit klassifizierten Daten arbeitet. Auch wenn diese wenig zufriedenstellende Antwort richtig sein sollte, stellt sich die Frage, ob die Schweiz der NSA erlauben soll, eine Abhöranlage zu betreiben. Laut geltendem Recht ist das Abfangen der Daten nur dann nicht erlaubt, wenn diese auf Schweizer Boden generiert werden oder innerhalb des Landes ausgetauscht werden, sagt das VBS. Gespräche oder Daten aus dem Ausland abzufangen sei ausländischen Nachrichtendiensten dagegen erlaubt. Falls also die NSA die Station Leuk als Spitzelposten für Deutschland nutzt, könnten die Schweizer Behörden nichts dagegen tun.

Botschaftsüberwachung

Gemäss einem Bericht von Edward Snowden betreibt die NSA weltweit 80 Abhörstationen in diplomatischen Vertretungen der USA. In der Schweiz soll sich eine in Genf auf dem Dach der amerikanischen UNO-Mission befinden. Die Genfer Abhörstation soll zudem vor Ort von Spezialisten betrieben werden. Das bedeutet, dass auch Einheiten des «Special Collection Service» (SCS) vor Ort sind, die Mobiltelefon, WLAN, Funk und Satellitenkommunikation abhören. Auch Edward Snowden gehörte einst zu diesem Team. «Weitere Einheiten dürften sich in der US-Botschaft in Bern sowie beim US-Konsulat in Zürich befinden», sagte ein ehemaliger NSA-Mitarbeiter der «Schweiz am Sonntag. Speziell in Zürich soll auch Abhörtechnik zum Einsatz kommen, die möglicherweise im Konsulat selbst stationiert ist. Laut dem NSA-Mitarbeiter sind die Amerikaner hier besonders an Informationen über den Finanzplatz interessiert. Zudem habe es die NSA von hier aus auch auf Zug abgesehen. Im Fokus stünden dort Rohstoffhandelskonzerne. Dazu berichtet die Digitale Gesellschaft auch über den Schweizer Diplomaten Nicolas Imboden, der auf einer berwachungsliste des britischen Geheimdienstes GCHQgelandet ist. Dies, weil er in seiner Tätigkeit als Mitglied eines NGOs afrikanische Staaten im Kampf gegen hohe US-Baumwollsubventionen vertreten hat.

Zugriffsmöglichkeiten auf Schweizer Daten im Inland

Gemäss Edward Snowden zapft der GCHQ mit dem Programm Tempora im Wissen der Unternehmen Glaskabelverbindungen an. Zu den kooperierenden Firmen sollen mit British Telecom, Verizon und Level 3 Firmen gehören, die auch in der Schweiz Dienste anbieten. Ebenso wie Interroute und Viatel. Die «Weltwoche» deckte als Folge in einem Artikel auf, dass auch die Firma Equinix bei Tempora mitmischt. Diese hat hierzulande 7 Standorte und betreut drei grosse Internet-Knotenpunkte in der Schweiz. In einem der Rechenzentren von Equinix soll zudem der Server für den Aktienhandel der Schweizer Börse Six Swiss Exchange stehen. Lesen Sie auf der nächsten Seite: Zugriffsmöglichkeiten auf Daten im Ausland

Zugriffsmöglichkeiten auf Schweizer Daten im Ausland

Dass Cloud-Daten nur begrenzt sicher sind, ist eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den Enthüllungen Snowdens. Dies nicht etwa, weil Microsoft und Co. keinen Schutz vor Angriffen bieten, sondern weil sie ihre Daten der NSA abliefern müssen. Dafür verantwortlich sind Programme wie der Patriot Act, der nach 9/11 eingeführt wurde und die USA vor weiteren Anschlägen schützen soll, indem praktisch jede Person auf diesem Planeten überwacht werden darf. Dagegen hilft auch das von der Schweiz mit den USA getroffene Safe-Harbor-Abkommen wenig, da dieses entsprechende Ausnahmen für «national security, public interest, or law enforcement requirements» vorsieht. Derweil hat von 16 Unterseekabeln, welche die USA und Europa verbinden, nur eines keinen Andockpunkt in England. An der GHCQ vorbei transatlantisch zu kommunizieren, ist gemäss der Digitalen Gesellschaft darum praktisch unmöglich. An einem einzigen der unzähligen Zugriffspunkte konnte der GCHQ 2008 in unter 10 Minuten ungefhr 70 000 E-Mails abgefangen. Ob unter Wasser oder über die Cloud: Die Geheimdienste holen unsere Daten, wo sie wollen.

Zusammenarbeit der Schweiz mit dem Ausland

Gegen solche Spitzelaktionen von aussen kann die Schweiz wenig machen. Doch sie ist anscheinend auch sehr willig, aktiv Daten auszuhändigen. Aus den Unterlagen von Edward Snowden geht hervor, dass die Schweiz als «Tier B»-Land eine Focused Cooperation mit den USA resp. der NSA eingegangen ist. Dies ist, unmittelbar nach der Gruppe der «Five-Eyes» (USA, Grossbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland), die zweithöchste Stufe der Zusammenarbeit und umfasst 17 europäische Länder sowie Japan und Südkorea. Als Nationalrat darüber vom Bundesrat eine Erklärung verlangte, gab sich dieser zugeknpft und will nur der Geschäftsprüfungsdelegation antworten. Diese kam aber schon vor zehn Jahren, als die Abhörstation Onyx untersucht wurde, zu folgendem Schluss: «Die dank Onyx empfangenen Informationen bilden auch ein nützliches 'Tauschmittel' mit den entsprechenden Dienststellen im Ausland. Diese Beziehungen basieren auf der Grundlage eines gegenseitigen Gebens und Nehmens, d.h. nach dem Prinzip des 'do ut des'». Dies bestätigt auch Markus Seiler, Chef des Schweizerischen Geheimdiensts NDB, in der NZZ:«Nachrichtendienst bedeutet ein ständiges Geben und Nehmen. Die Schweiz verfügt über einen kleinen, aber feinen Dienst. Wir haben unseren Partnern im Ausland durchaus etwas zu geben.»

Quelle: Computerworld.ch

NSA: Abhöranlage für Internet und Telefonverkehr

US-Geheimdienst: Abhöranlage in Zürich, Bern und Genf

NSA horcht nicht nur die UNO in Genf aus, sondern auch den Finanzplatz – Politiker fordern Ermittlungen der Bundesanwaltschaft.

Der US-Geheimdienst NSA betreibt nicht nur in Genf eine Abhöranlage, um den Internet- und Telefonverkehr zu überwachen. Laut einem früheren hochrangigen NSA-Mitarbeiter spionieren die USA auch von Zürich und Bern aus.

«Die Haupteinheit des Special Collection Service (SCS) sitzt in Genf bei der UNO-Mission der USA. Weitere Einheiten dürften sich in der US-Botschaft in Bern sowie beim US-Konsulat in Zürich befinden», sagt der ehemalige NSA-Mitarbeiter zur «Schweiz am Sonntag». Zumindest in Zürich soll auch Abhörtechnik zum Einsatz kommen, die möglicherweise im Konsulat selbst stationiert ist.

Der SCS ist die hochgeheime Abhöreinheit, die von den US-Geheimdiensten NSA und CIA gemeinsam betrieben wird. Laut dem NSA-Mitarbeiter sind die Amerikaner in Zürich besonders an Informationen über den Finanzplatz interessiert. «Ziel ist auch das nahe Liechtenstein.» Auf Zug habe es die NSA von Zürich aus ebenfalls abgesehen. Im Fokus stünden dort Rohstoffhandelskonzerne. Die Enthüllungen immer neuer US-Spionageaktivitäten in der Schweiz alarmieren Politiker aller Parteien.

Parlamentarier der Sicherheits- und der Aussenpolitischen Kommission wollen deshalb eine Anhörung des NSA-Whistleblowers Edward Snowden durch das Parlament. «Am besten wäre, die Geheimdienst-Aufsicht GPDel lädt Snowden in die Schweiz ein. Zweitbeste Lösung wäre eine Befragung in Moskau», sagt Grünen-Nationalrat Daniel Vischer. Eine Anhörung Snowdens wird von SVP-Nationalräten wie Luzi Stamm und Lukas Reimann unterstützt. Auch Grünen-Nationalrat und GPDel-Mitglied Ueli Leuenberger sagt: «Es ist dringend nötig, dass Snowden von Schweizer Seite angehört wird.»

Thema wird die NSA-Affäre auch in der Sicherheitspolitischen Kommission. Dort wollen Politiker erreichen, dass der Bundesrat die Bundesanwaltschaft zu Ermittlungen ermächtigt. «Der Bundesrat sollte der Bundesanwaltschaft grünes Licht geben, die Spionagevorwürfe abzuklären», sagt Chantal Galladé, Präsidentin der nationalrätlichen Sicherheitskommission.

Quelle: SchweizamWochenende.ch

UNO-Gebäude in Genf: Abhöranlagen in Besprechungszimmern

Bei Bauarbeiten stiess man damals auf Abhöranlagen

Ex-Justizminister Christoph Blocher schliesst nicht aus, dass die Schweiz mit der NSA kooperiert hat. Er ist sich sicher, dass bei der UNO in Genf abgehört wird.

Vor allem bei der Terrorismusabwehr arbeite die Schweiz mit Geheimdiensten zusammen, «um die Sicherheit zu gewährleisten», sagte SVP-Nationalrat Christoph Blocher gegenüber der «Schweiz am Sonntag» (print, online nicht verfügbar). «Es ist eindeutig, dass die Schweiz mit amerikanischen Nachrichtendiensten zusammenarbeitet», sagte der Alt-Bundesrat. Die Frage sei, wie weit diese Kooperation gehe. Ob auch die NSA dabei sei, könne er nicht sagen. Aber er halte es «nicht für ausgeschlossen».

Bundespräsident Ueli Maurer hatte am Mittwoch eine Zusammenarbeit mit der NSA klar verneint. «Wir haben keinen Kontakt und tauschen keine Daten mit der NSA aus», sagte Maurer auf entsprechende Fragen vor den Medien in Bern.

Gegen E-Voting

Sicher ist sich Blocher darin, dass bei der UNO in Genf abgehört wird. «Die UNO-Gebäude in Genf sind Zentralen der Geheimdienste», sagte Blocher. «Ich ging als Bundesrat immer davon aus, dass wir abgehört werden.» Zu seiner Zeit als Bundesrat seien bei Renovierungsarbeiten in einem Besprechungszimmer eines UNO-Gebäudes überall Abhöranlagen gefunden worden. Er habe interveniert: «Aber da es sich um ein UNO-Gebäude handelte, konnte man nichts machen.»

Elektronische Datenspeicherung und Übermittlung hält Blocher im allgemeinen für gefährlich. Deshalb sei es auch «völlig falsch, wenn die Behörden elektronische Abstimmungen einführen wollen». Denn damit sei das Stimmgeheimnis kaum zu gewährleisten und Abstimmungen könnten manipuliert und gefälscht werden.

Schweizer Technologie als Schutz

Ueli Maurer testet derzeit ein neues Handy. Dabei setzt die Regierung aus Sicherheitsüberlegungen auf eine einheimische Spezialanfertigung: «Das getestete Mobiltelefon wurde in der Schweiz gebaut», bestätigt VBS-Sprecher Renato Kalbermatten gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Und: «Es handelt sich dabei nicht um ein Serienmodell.»

Derzeit telefonieren die Bundesräte noch mit iPhones, die mit einem speziellen Sicherheits-App namens Janus ausgestattet sind. Diversen Bundesräten ist das Telefonieren mit dem iPhone jedoch nicht geheuer, weil das Gerät vom US-Hersteller Apple stammt. Die Magistraten rechnen damit, dass die Amerikaner mithören. Das ist offenbar auch der Grund, warum Maurer jetzt auf ein Schweizer Fabrikat setzt. «Diese Technologie wird zu einer zusätzlichen Sicherheit bei den Bundesräten führen», sagte Maurer vor einer Woche der «Schweiz am Sonntag».

Quelle: Langenthalertagblatt.ch

Abhöranlagen in Deutschland

BND: Abhörstation Rheinhausen

BND-Standort: Abhörstation Rheinhausen bekommt offizielles Behördenschild

Sechs Abhörstationen des Geheimdienstes – darunter die im südbadischen Rheinhausen – bekommen nun offizielle Behördenschilder statt Fantasienamen.

BAD AIBLING/FREIBURG (dpa). Ein Jahr nach dem Bekanntwerden des NSA-Abhörskandals hat der Bundesnachrichtendienst am Freitag die Geheimniskrämerei um sechs Horchposten beendet. Die Anlage im oberbayerischen Bad Aibling, die im südbadischen Rheinhausen und vier weitere bislang geheime BND-Stationen in Deutschland bekamen ein offizielles Behördenschild "Bundesnachrichtendienst".

Es handelt sich um Abhörstationen, mit denen der BND im Ausland über Funk übertragene Telefonate oder E-Mails abfängt. Bislang wurden Tarnbezeichnungen wie "Fernmeldeweitverkehrsstelle der Bundeswehr" oder "Ionosphäreninstitut" für die Lauschposten verwendet, obwohl inoffiziell längst die Nutzung durch den Geheimdienst bekannt war.

"Die heutige Umwidmung ist für uns ein Zeichen für mehr Transparenz", sagte BND-Präsident Gerhard Schindler in Bad Aibling. Der BND sei Dienstleister für die Bevölkerung und werbe um das Vertrauen der Bürger. Die Behördenschilder seien Teil der Transparenzoffensive des BND. Dazu zählten auch das künftige Besucherzentrum in der Berliner Zentrale sowie ein umfassender Internetauftritt, erklärte Schindler.

Nach Behauptungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden sind auf dem Gelände in Bad Aibling auch Spezialisten des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) aktiv. "Dies ist ein Gelände des BND", sagte der Geheimdienstchef dazu lediglich. Allerdings beschäftige der Bundesnachrichtendienst in Bad Aibling auch US-amerikanische Techniker, räumte er noch ein.

Dass in Rheinhausen auch ein Schild angebracht wird, ist keine große Sache. Dass es die Spione im Maisfeld nebenan gibt, wussten sie im Dorf schon seit mehr als vier Jahrzehnten. Die gut sichtbaren weißen Satellitenschüsseln rund um den unscheinbaren Flachbau in den Rheinauen stehen seit Anfang der 1970er Jahre.

"Die Station ist ja nicht zu übersehen", sagt der Bürgermeister der 3500-Einwohner-Gemeinde im Kreis Emmendingen, Jürgen Louis. Dass sie etwas mit dem Geheimdienst zu tun hat, konnte man sich schon beim ersten Blick denken.

Doch der Bundesnachrichtendienst wollte nicht, dass dies bekannt wird. Er gab dem Horchposten den Titel Ionosphäreninstitut und damit einen Fantasienamen. Was dort gemacht wird und wer die Verantwortung trägt, war auch auf Nachfrage nie zu erfahren. Zäune und Panzerglas hindern Interessierte daran, allzu nahe zu kommen. Selbst als der örtliche Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner (SPD) jungst Näheres wissen wollte, stieß er auf eisernes Schweigen.

Rheinhausen ist nun offiziell BND-Standort – der einzige in Baden-Württemberg. Ans Tor kommt ein Schild mit der Aufschrift "Bundesnachrichtendienst". So wie an den vier weiteren Lauschposten in Bayern und dem einen in Niedersachsen. Auch sie werden nun gekennzeichnet.

Doch das war es dann auch schon mit der Offenheit: Was genau und wer von Rheinhausen aus abgehört wird, bleibt Staatsgeheimnis. Details zur Einrichtung und zur Frage, ob es weitere im Südwesten gibt, werden nicht genannt. Und selbst das neue Schild darf nur angeschaut werden. Da es sich um militärisches Sperrgebiet handele, ist das Betreten des Geländes ebenso verboten wie das Fotografieren, heißt es in der BND-Zentrale. Schon am Beginn des Weges ins Maisfeld ist Schluss mit Transparenz.

Vom Europa-Park aus ist die Station gut zu sehen

Unscheinbar und abseits des öffentlichen Geschehens waren die Spione in den Anfangsjahren, als sie von Breisach aus nach Rheinhausen kamen. Inzwischen sind sie aber fast mittendrin – und entschließen sich möglicherweise auch deshalb zu etwas Offenheit. Wer im Naturschutzgebiet Taubergießen eine Bootsfahrt unternimmt, ist auf dem Wasser rund um die Spionagestation unterwegs und bekommt vom Fluss aus zumindest einen kleinen Einblick.

Und nur ein paar Fußschritte entfernt hat sich bekanntlich mit dem 1975 eröffneten Europa-Park der größte Freizeitpark Deutschlands mit jährlich fünf Millionen Besuchern entwickelt. Von den hohen Achterbahnen und Aussichtstürmen aus lässt sich die Abhörstation gut in den Blick nehmen. Die Spione werden inzwischen selbst beobachtet.

Eine große Satellitenschüssel wie die des BND steht mittlerweile sogar in dem Vergnügungspark. Der Geheimdienstkoordinator der damaligen Bundesregierung, Bernd Schmidbauer (CDU), machte 1997 den Deal perfekt. Abgehört wird mit der Schüssel nicht mehr, versichert der Europa-Park. Sie dient nur der Dekoration.

Quelle: Badische-Zeitung.de

BND: Abhöranlage im badischen Rheinhausen

Geheimdienst in Rheinhausen: BND lüftet Geheimnis um Abhöranlage

Satellitenschüsseln im Maisfeld, Spione in der Nachbarschaft: Der Geheimdienst betreibt eine Abhöranlage im badischen Rheinhausen. Jetzt macht er es offiziell - notgedrungen.

Der BND beendet teilweise die Geheimniskrämerei um die Station mit ihren gut sichtbaren weißen Satellitenschüsseln. Die Einrichtung, die bislang Ionosphäreninstitut hieß und deren Träger über Jahrzehnte geheim gehalten wurde, trägt künftig den Titel BND-Station.

Rheinhausen - Dass es die Spione im Maisfeld nebenan gibt, wussten sie im Dorf schon seit mehr als vier Jahrzehnten. Die gut sichtbaren weißen Satellitenschüsseln rund um den unscheinbaren Flachbau in den Rheinauen stehen seit Anfang der 1970er Jahre. Hier, nahe der Grenze zu Frankreich, hat der deutsche Geheimdienst, der Bundesnachrichtendienstes (BND), eine Abhörstation. Mit dem Bekanntwerden des NSA-Skandals ist sie in die Diskussion geraten. Und lüftet nun ihr erstes Geheimnis. Eines, was im Dorf gar keines ist.

„Die Station ist ja nicht zu übersehen“, sagt der Bürgermeister der 3500-Einwohner-Gemeinde Rheinhausen im südbadischen Kreis Emmendingen, Jürgen Louis. Inmitten von Wäldern und Maisfeldern hat sie ihren Sitz. Dass sie etwas mit dem Geheimdienst zu tun hat, konnte man sich schon beim ersten Blick denken.

Doch der Bundesnachrichtendienst wollte nicht, dass dies bekannt wird. Er gab dem Horchposten den Titel Ionosphäreninstitut und damit einen Fantasienamen. Was dort gemacht wird und wer die Verantwortung trägt, war auch auf Nachfrage nie zu erfahren. Zäune und Panzerglas hindern Interessierte daran, allzu nahe zu kommen. Selbst als der örtliche Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner (SPD) jungst Näheres wissen wollte, stieß er auf eisernes Schweigen.

Im Rahmen einer Transparenzoffensive will der BND künftig auf Tarnbezeichnungen verzichten, sagte ein Sprecher der Behörde in Berlin am Freitag. Das bedeutet: Rheinhausen ist nun offiziell BND-Standort - der einzige in Baden-Württemberg. Ans Tor kommt ein Schild mit der Aufschrift „Bundesnachrichtendienst“. So wie an vier weiteren Lauschposten in Bayern und einer in Niedersachsen. Auch sie werden nun gekennzeichnet. Es sind Abhörstationen, mit denen der BND im Ausland über Funk übertragene Telefonate oder E-Mails abfängt.

Eine Satelittenschüssel steht im Europa-Park

Doch das war es dann auch schon mit der Offenheit: Was genau und wer von Rheinhausen aus abgehört wird, bleibt Staatsgeheimnis. Details zur Einrichtung und zur Frage, ob es weitere im Südwesten gibt, werden nicht genannt. Und selbst das neue Schild ist tabu. Da es sich um militärisches Sperrgebiet handele, ist das Betreten ebenso verboten wie das Fotografieren, heißt es in der BND-Zentrale. Schon am Beginn des Weges ins Maisfeld ist Schluss mit Transparenz.

Unscheinbar und abseits des öffentlichen Geschehens waren die Spione in den Anfangsjahren, als sie von Breisach aus nach Rheinhausen kamen. Inzwischen sind sie aber fast mittendrin - und entschließen sich möglicherweise auch deshalb zu etwas Offenheit. Wer im Naturschutzgebiet Taubergießen eine Bootsfahrt unternimmt, ist auf dem Wasser rund um die Spionagestation unterwegs und bekommt vom Fluss aus - zumindest etwas - einen Einblick.

Und nur ein paar Fußschritte entfernt hat sich mit dem 1975 eröffneten Europa-Park der größte Freizeitpark Deutschlands mit jährlich 5 Millionen Besuchern entwickelt. Von den hohen Achterbahnen und Aussichtstürmen aus lässt sich die Abhörstation gut in den Blick nehmen. Die Spione werden inzwischen selbst beobachtet.

Eine der großen Satellitenschüsseln steht mittlerweile sogar in dem Vergnügungspark. Der Geheimdienstkoordinator der damaligen Bundesregierung, Bernd Schmidbauer (CDU), machte 1997 den Deal perfekt. Abgehört wird mit der Schüssel nicht mehr, versichert der Europa-Park. Sie dient nur der Dekoration.

Quelle: Stuttgarter-Nachrichten.de

NSA: Abhöranlage Bad Aibling

Was der Schweizer Geheimdienst zum ZDF-Bericht sagt

In Sachen NSA-Schnüffelei in Europa berichtete das Zweite Deutsche Fernsehen auch über die Schweiz. Gezeigt wurden drei Parabolantennen-Anlagen. Nun nimmt man in Bern Stellung.

Der US-Geheimdienst NSA wird durch den Enthüller Edward Snowden immer mehr entblösst. In den Strudel von Verdächtigungen, Kritik und belegten Fakten geraten immer mehr auch Nachrichtendienste und Regierungsverantwortliche, die mit dem NSA kooperieren. Das gilt besonders für Deutschland, das gilt – in bisher stark vermindertem Ausmass – für die Schweiz.

Eine umfassende Reportage in der Sendung «Zoom» des deutschen Fernsehsenders ZDF beleuchtete Facetten und Hintergründe dieser NSA-Problematik. Darin spielte auch die Schweiz eine offenbar unrühmliche Rolle. In einer kurzen Sequenz waren auf einer Europakarte drei Fotos mit Anlagen von Parabolantennen zu sehen, zwei in der Schweiz (Bucholterberg im Kanton Bern und Leuk im Wallis). Die dritte befindet sich in Dänemark. Zuvor wurde beschrieben, wie «der Deutschland-Chef der NSA» aus einer Kaserne in Bayern Direktzugriff auf die Daten der mächtigen Abhöranlage Bad Aibling bei München habe. Direktzugriff – bis auf eine angebliche Ausnahme: «Daten mit Deutschlandbezug». Die Abhöranlage Bad Aibling für Telefonie, E-Mails und Datenverkehr über Satelliten ging 2006 von der NSA an den deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) über. Gemäss «Zoom» ist die genannte Einschränkung für den Amerikaner kein Problem, denn Daten «mit Deutschlandbezug kann der NSA problemlos anderswo bekommen – von seinen Abhörstationen in Dänemark und der Schweiz». Die genannten An­lagen in der Schweiz seien gerade fertig gestellt gewesen, so der TV-Kommentar, «als die NSA Bad Aibling an den BND übergab». Eben 2006.

Auch die Schweiz hört ab

Trifft die Schilderung des ZDF zu, hätte dies in der Schweiz zweifellos ein politisches Erdbeben zur Folge, denn gemäss Schweizer Gesetz ist der Betrieb solcher Anlagen durch einen fremden Nachrichtendienst ebenso im höchsten Mass verboten wie fremder Direkt­zugriff auf eine Anlage, die durch die Schweiz betrieben wird und ihr gehört. Die BaZ fragte deshalb nach. Tatsächlich betreibt die Schweizer Armee mit ihrer Abteilung Elektronische Kriegsführung das Satellitenabhörsystem Onyx. Dieses wurde nach den Plänen des früheren Geheimdienstchefs, Divisonär Peter Regli, ab 1997 errichtet. Der Bundesratsbeschluss dazu und die Finanzierung erfolgten unter Bundesrat Adolf Ogi, verdeckt und am Parlament vorbei. Nachdem alles aufflog, folgten diverse Untersuchungen der Geschäftsprüfungsdelegation des Parlaments.

Bundesrat, Armeespitze und Nachrichtendienst des Bundes (NDB) betonten dabei stets, das Schweizer Satellitenabhörsystem werde eigenständig betrieben – abgetrennt vom US-Satellitenabhörsystem Echelon. Mit den Aussagen aus der ZDF-Reportage konfrontiert, wiederholte dies gestern Isabelle Graber, stellvertretende Kommunikationschefin beim NDB. Diese Infrastrukturen seien im Besitz der Schweizer Armee. «In Leuk sind sie völlig getrennt von jenen des privaten Providers, der die übrigen Antennen auf dem angrenzenden Areal betreibt.»

Bleibt die Frage, ob die NSA direkten Zugriff auf Onyx hat – auf Daten also, die in einem Zentrum zusammenlaufen, das in der Gemeinde Zimmerwald (BE) liegt. Die Daten werden auf höchster Geheimhaltungsstufe an den NDB weitergeleitet. «Nein», sagt Isabelle Graber, «weder die NSA noch eine andere US-Behörde haben einen direkten Zugriff auf diese Daten.» Damit widerspricht der Schweizer Geheimdienst den ZDF-Angaben. Die Abhöranlagen Bucholterberg und Leuk sind demnach keine Aussenstellen der NSA.

Weitergabe an die NSA bestätigt

Auf die Frage, ob der NDB diese Daten mit der NSA austausche, antwortet Graber: «Der NDB gibt Daten, die aus der Inlandaufklärung stammen, nur dann weiter, wenn er diese nach den gesetz­lichen Aufgabengebieten des Bundesgesetzes über die Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS) überhaupt bearbeiten darf, und wenn im Einzelfall ein konkreter Weitergabegrund gegeben ist.»

Diese Gründe sind ebenfalls im BWIS geregelt. Erlaubt ist ein solcher Austausch etwa dann, «wenn die Weitergabe zur Wahrnehmung erheblicher Sicherheitsinteressen der Schweiz oder des ­betroffenen Staates unerlässlich ist.»

Quelle: Tagesanzeiger.ch

BND/NSA: Abhöranlage Bad Aibling

Abhöranlage Bad Aibling: BND und NSA kooperieren wieder

München - Zur Überwachung des Internetverkehrs haben deutsche und US-Geheimdienste ihre Zusammenarbeit in der Abhörstation im bayerischen Bad Aibling wieder aufgenommen.

Entsprechende Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR wurden der Deutschen Presse-Agentur in Berlin bestätigt. Die Anlage gilt als zentral für die Überwachung von islamischen Krisenländern wie Afghanistan, Syrien, der Irak und Libyen.

In Bad Aibling greift der Bundesnachrichtendienst (BND) große Mengen an internationaler Satellitenkommunikation ab. BND und der US-Geheimdienst NSA vereinbarten vor Jahren, dass die Amerikaner zum Teil Zugriff auf diese Daten bekommen. Dafür übermittelte die NSA bestimmte Suchmerkmale (Selektoren) - also etwa E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder IP-Adressen von Computern. Sie werden genutzt, um riesige Datenströme nach verdächtigen Inhalten zu durchkämmen.

Die NSA lieferte über die Jahre Millionen solcher Suchbegriffe an den BND. Gedacht war die Kooperation zur Terrorbekämpfung - geknüpft an die Bedingung, dass deutsche und europäische Interessen gewahrt werden. Die Amerikaner hielten sich aber nicht an die Abmachung, sondern versuchten, auf diesem Weg auch Politiker und Firmen in Europa auszuspähen. Im Mai 2015 setzte die Bundesregierung die jahrelange Kooperation deshalb aus.

Inzwischen liefert die US-Seite Begründungen für die in Bad Aibling verwendeten sogenannten Suchbegriffe - E-Mail-Adressen etwa - mit denen die Internet-Kommunikation überwacht wird. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen wurde laut dem Bericht bisher keine der von der NSA gelieferten Begründungen für einen Suchbegriff und die damit verbundene Abhöraktion abgelehnt.

Quelle: HNA.de

BND: Anlage Gablingen

Das grosse Ohr des Geheimdienstes ist in Gablingen unübersehbar

Viele kennen die Anlage des Geheimdienstes in Gablingen nur als "Elefantenkäfig". Von dort aus soll der BND Gespräche bis nach Afghanistan abhören können. Nutzte ihn auch die NSA?

Zu übersehen war es wegen seines oberirdischen Antennengitters noch nie. "Elefantenkäfig" lautete der Spitzname des Gebildes, das die US-Streitkräfte Anfang der 1970er Jahre bei Gablingen errichteten und das Teil einer Abhöranlage ist. Die US-Truppen sind fort und mittlerweile ist der Bundesnachrichtendienst Herr im Haus. Das ist kein Geheimnis. Das kann jeder nachlesen, der sich an das Eingangstor unweit der Bundesstraße 2 begibt. An dem Metallgitter hängt ein goldgelbes Schild mit dem Bundesadler drauf und einem Schriftzug: "Bundesnachrichtendienst".

Das Schild brachte der wegen seiner Aktivitäten ins Gerede gekommene Dienst im Zuge einer Transparenzoffensive im Sommer vor drei Jahren an. Damit endeten jahrelange Spekulationen. Gemunkelt worden war schon lange, dass der BND die von den Amerikanern erbaute Anlage weiter betreibt. Anfang des Jahrtausends hatte der damalige SPD-Landtagsabgeordnete Franz Maget Gablingen als BND-Posten geoutet und es nur gut gemeint. Der Horchposten in Schwaben sollte ausgebaut werden, um Bayern für den Verlust der BND-Zentrale ein wenig zu entschädigen, die von Pullach nach Berlin wanderte.

Horcht die NSA von Gablingen aus auch Deutschland ab?

Das große Ohr des Geheimdienstes hat sogar ganz offiziell einen Chef. Baudirektor Alois Nöbauer kam artig zum Gratulieren, als die Augsburger Justizvollzugsanstalt feierte, die in unmittelbarer Nachbarschaft ein neues Zuhause gefunden hat. Weniger entzückt waren indes zuletzt Parlamentarier des NSA-Untersuchungsausschusses in Berlin. "Schwierig" sei Zeuge Nöbauer gewesen, klagten sie.

Der Verdacht, dem die Abgeordneten nachgingen: Horcht der US–Geheimdienst NSA mithilfe seiner Partner vom BND in Gablingen in Deutschland mit? Mithilfe des Elefantenkäfigs, der 300 Meter Durchmesser und eine Höhe von mehr als 30 Metern hat, wird angeblich bis nach Afghanistan gelauscht. Nach offiziellen Angaben aus Berlin richtet sich die Aufmerksamkeit auf "über Funk geführte ausländische Telekommunikation".

Im Zentrum des als Antenne dienenden käfigartigen Kreises steht ein fensterloses Gebäude. Unbestätigten Berichten zufolge sollen elektronische Installationen bis zu 25 Meter tief unter die Erde reichen. Einmal, 1997, tauchte kurzzeitig ein Einsatzplan der Feuerwehr auf. 220 Büros seien in dem Komplex untergebracht, stand darin, und 400 Türen wurden aufgeführt.

In Gablingen leben die Menschen seit Jahren mit Einschränkungen wegen der Anlage

In Gablingen leben die Menschen seit Jahrzehnten mit der Anlage. Denn diese hat durchaus Auswirkungen. Um den Empfang der Antennen nicht zu stören, sind in der Nachbarschaft größere zusammenhängende Metallflächen und Schweißarbeiten unerwünscht. Das kann Einschränkungen für Betriebe bedeuten. Die neue Justizvollzugsanstalt in unmittelbarer Nachbarschaft musste auf die sonst übliche Gefängnisschlosserei verzichten, die Zahl der Kräne für das damals größte Hochbauvorhaben in der Region blieb begrenzt.

Die Adresse "Am Flughafen" verweist auf die Geschichte des Areals, das nach einer langen Zeit als militärisches Sperrgebiet inzwischen zum Teil wieder zivil genutzt wird. 1916 errichtete das Kriegsministerium im Auftrag des letzten bayerischen Königs Ludwig III. den Flugplatz. Damals entstanden Hallen, Tankanlagen und ein Schießstand. Im Dritten Reich diente der Flughafen als Umschlagplatz für Ausrüstung, Munition und Verpflegung. In einer KZ-Außenstelle, deren Überreste heute außerhalb des Sperrgebietes liegen, mussten Häftlinge für die Rüstungsindustrie schuften.

Nach dem Krieg übernahmen die Amerikaner. 1971 begann der Bau des Antennengitters, für das sich auch die Stasi brennend interessierte. Die Erkenntnisse des DDR-Geheimdienstes waren übrigens so brisant, dass sie bis ins Jahr 2011 der Geheimhaltung unterlagen.

Quelle: Augsburger-Allgemeine.de

Abhöranlagen in Österreich

NSA/CIA: Abhör-Infrastruktur Neulengbach und Königswarte

Das sind die NSA-Lauschposten in Österreich

An zwei geheimen, hochmodernen Horchposten des Bundesheeres gibt es eine enge technische und personelle Kooperation mit US-Geheimdiensten - die Königswarte und eine Station bei Neulengbach.

Neuer Sprengstoff in der NSA-Abhör-Affäre in Österreich. Eine FORMAT vorliegende Liste sogenannter SIGINT (Signals Intelligence)-Partner amerikanischer Geheimdienste führt explizit zwei Standorte in Österreich auf: Die Königswarte und einen Standort Neulengbach. Beide Einrichtungen werden mit der Ziffer 7 klassifiziert, womit eine vom Ausland betriebene Einrichtung gemeint ist, die Fernmeldeaufklärung für die USA durchführt. Ähnliche Anlagen finden sich auch in Israel, Australien, Kanada, Dänemark und Deutschland.

Mehrere FORMAT-Lokalaugenscheine und intensive Recherche in Neulengbach fördern irritierende Details zu Tage. Die von den USA mitgenützte Antennenanlage des Bundesheeres befindet sich am Kohlreithberg im militärischen Sperrgebiet Getzwiesen nahe der Westautobahn. Eine kleine mit Fahrverbot belegte Stichstraße führt zur Bergkuppe wo zwischen mehreren Masten, Sende- und Empfangsanlagen für extrem breite Wellenbereiche installiert sind. Die Einfahrtsschleuse zum Sperrgebiet wird von einer militärischen Hundestaffel bewacht, meterhohe Stacheldrahtzäune, Wärmebildkameras und Suchscheinwerfer halten ungebetene Besucher fern.

Geheimobjekt Neulengbach.

Im Zentrum des Areals befindet sich ein umgerüsteter Bauernhof, der über mehrere Kellergeschosse verfügen soll. Bis zu 50 Peilungs-Spezialisten versehen hier regelmäßig Dienst - rund um die Uhr. Fernmelde-Experten bescheinigen der Anlage enorme Kapazität und halten das Abhören von Telefongesprächen, militärischen, aeronautischen und zivilen Funksprüchen bis hin zur verschlüsselten Kommunikation internationaler UN-Missionen um den halben Erdball für realistisch. Sogenannte Reusenantennen fangen großen Fischernetzen gleich, sämtliche Frequenzwellen auf. Und Teile der von außen nicht komplett einsehbaren Anlage können auch als leistungsfähiger Sender verwendet werden. Auch die Inbetriebnahme großflächiger Störsender scheint möglich. Das Bundesheer verweigert über den genauen Zweck der Anlage jegliche Information.

Die Geheimniskrämerei hat seinen Grund: Denn nicht nur Bundesheer-Spezialisten halten in Neulengbach die Ohren gespitzt, sondern auch ausländische Militärs. So stehen regelmäßig Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichen am Parkplatz des Peilkommandos Neulengbach. Besonders interessant: Sie kommen aus deutschen Städten mit großen US-Militärstützpunkten wie Wiesbaden (Army Headquarter) oder Bamberg (Warren Baracks). Auf FORMAT-Anfrage meint ein Bundesheer-Oberst dazu lapidar: "Bei uns haben nur österreichische Staatsbürger Zutritt. Ich kann ausschließen, dass Ausländer dort arbeiten. Vielleicht hat ein Mitarbeiter sein Auto in Deutschland angemeldet oder es gehört seiner Frau.“ Der Pressesprecher von Verteidigungsminister Gerald Klug meint entwaffnend: "Mir fällt keine Erklärung ein.“

Grünen-Wehrsprecher Peter Pilz ist allerdings überzeugt: "US-Militärgeheimdienstler, auch die NSA ist ein Militärgeheimdienst, gehen dort aus und ein. Ebenso in der Königswarte, der HNaA (Heeresnachrichtenamt)-Zentrale in der Wiener Hütteldorferstraße und im geheimen Luftschutzbunker in der Liechtensteinklamm bei St. Johann. Die Bundesheer-Dementis sind Quatsch - man sollte die Roßauer Kaserne (Sitz des Verteidigungsministeriums) in Münchhausenkaserne umbenennen.“

Strippenzieher USA

Hintergrund der NSA/CIA-Kooperation mit dem Bundesheer ist ein geheimer Rahmenvertrag, der den Amerikanern die Nutzung der österreichischen Abhör-Infrastruktur wie Neulengbach oder Königswarte ermöglicht. Bislang räumte das Bundesheer aber nur fallweise Kooperation ein.

Die einst günstige Lage am Schnittpunkt der Warschauer Pakt-Länder mit dem Westen und das technische Zusammenwirken solcher Anlagen mit deutschen Horchposten öffnete und öffnet Abhörmöglichkeiten über den Balkan bis zum Ural. Millionenteures Radar- und Funkequipment der US-Firmen Bendix Corporation, dann Allied Signal, nunmehr Honeywell wurde dem Bundesheer im Gegenzug günstig zur Verfügung gestellt. Auch die Informationsauswertungs-Software stammt von US-Unternehmen, die Einschulung erfolgt durch NSA-Spezialisten vor Ort oder wird von diesen gleich selbst übernommen. Denn von der Datenflut bleiben dem Bundesheer nur die Brosamen, die für eigene Aktivitäten am Balkan, Golan oder Geiselbefreiungen im Jemen nötig sind.

Die Horchposten Neulengbach und Königswarte komplettieren mit den Abhörstationen auf der hiesigen US-Botschaft, dem IZD-Tower neben der UNO-City und der NSA/CIA-Villa in Wien-Pötzleinsdorf den von Österreich ausgehenden US-Lauschangriff mit Duldung und teilweise aktiver Unterstützung durch österreichische Behörden - trotz Neutralitätsgesetz.

Auffällig scheint die komplette Zurückhaltung Russlands in der Causa. Die einfache Erklärung: Fernmeldeaufklärung und Abhöreinrichtungen für Europa lassen sich von eigenen Stützpunkten aus betreiben. In Österreich vertraut man auf sogenannte "Boots on the ground“-Politik: Weniger Technik und mehr gut geschultes Personal.

Es ist laut Geheimdienst-Experten nur eine Frage der Zeit bis genaue Baupläne und technische Skizzen der Abhöranlagen Neulengbach und Königswarte auftauchen.

Quelle: Trend.at

NSA: Abhörstation in Wien

Ex-Agent: NSA betreibt auch Abhörstation in Wien

Wien/Washington. In Österreich dürfte die NSA in Österreich genauso flächendeckend Telefonate erfassen und überwachen, wie es zuletzt aus anderen Ländern bekannt geworden ist: "Gehen Sie davon aus, dass das geschieht. Die Überwachung von internationalen Kommunikationsverbindungen ist gängige Praxis der NSA und eine Doktrin zur Unterstützung nationaler amerikanischer Interessen," wird ein "ehemaliger US-Agent" in einem Interview des Nachrichtenmagazins "profil" vorab zitiert (Montag-Ausgabe).

Der ehemalige US-Agent Thomas Drake meinte nach den jüngsten Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden, es sei ganz konkret davon auszugehen, dass die NSA in Wien eine Abhörstation betreibt: "Vienna & Annex" ("Wien und Anhang") heißt es auf einem vergangene Woche an die Öffentlichkeit gelangten, streng geheimen Standortplan einer amerikanischen Geheimdienst-Sondereinheit. "Annex" ist in der Legende wiederum als "Unmanned Remote" ("unbemannt ferngesteuert") ausgewiesen.

Operationen unter dem Deckmantel der Botschaft

"Die Bezeichnung 'Annex' ist fast immer ein Euphemismus für aktive Operationen, die unter dem Deckmantel der jeweiligen Botschaft laufen", erläutert Drake: "'Unmanned Remote' bedeutet üblicherweise, dass die Ausrüstung nicht von physisch anwesenden Personen bedient werden muss, sondern ferngesteuert werden kann. Im gegebenen Zusammenhang ist das meistens eine Abhörstation oder ein Überwachungszugang."

Einer "profil"-Umfrage zufolge gehen 32 Prozent der befragten Österreicher davon aus, schon einmal beim Telefonieren abgehört worden zu sein. Die Mehrheit von 64 Prozent glaubt laut der im Auftrag des Magazins vom Meinungsforschungsinstitut Karmasin Motivforschung durchgeführten Umfrage nicht, dass ihr Telefon jemals angezapft wurde. Vier Prozent der Befragten wollten dazu nichts sagen.

Quelle: Wienerzeitung.at

Abhörtechniken in Russland

KGB: Sorm-Technik

Telefonüberwachung in Russland: Agent hört mit

Die USA mögen das Mutterland des Internets sein und die ganze Welt belauschen. Doch auch in Russland investieren Geheimdienstler seit Jahren in Abhörtechnik. Wie der Inlandsgeheimdienst FSB den Datenverkehr im Land anzapft.

Allein zur Verbrechensbekämpfung würden russische Geheimdienste Telefongespräche und Kommunikation im Internet abhören, antwortete Wladimir Putin im TV auf die per Video gestellte Frage von Edward Snowden. Das russische Gesetz verbiete das massenhafte Abhören, "außerdem haben wir gar nicht die technischen Möglichkeiten wie die USA".

Was Putin nicht erwähnt, ist ein Programm mit dem Namen Sorm, das Mitte der Achtzigerjahre vom sowjetischen Geheimdienst KGB zur Telefonüberwachung eingeführt und seitdem ständig weiterentwickelt wurde. Sorm-3 sei inzwischen nicht nur in der Lage, Telefonate und Internetverkehr mitzuschneiden, sondern die Daten auch für Jahre zu speichern, berichtet der Journalist Andrej Soldatow, der seit Jahren über die Tätigkeit der Geheimdienste schreibt.

Telekom-Firmen und Internetanbieter in Russland sind verpflichtet, die Sorm-Technik zu installieren und dem Inlandsgeheimdienst FSB jederzeit den Zugriff zu ermöglichen. Wie in Deutschland braucht der Geheimdienst zum Lauschen zwar die Genehmigung eines Richters. Doch sind die Schnüffler nicht verpflichtet, diese Genehmigung irgendjemandem vorzulegen außer den eigenen Vorgesetzten. Der Telekom-Anbieter erfährt von der Aktion nichts.

Russlands Geheimdienste bespitzeln das eigene Volk

Das Überwachungssystem, das der Journalist anhand öffentlicher Aufträge für Abhörtechnik rekonstruierte, wurde auch in anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion mit russischer Hilfe nachgerüstet. 2010 etwa in der Ukraine, so berichtet Soldatow. Ein Hauptunterschied zu den Maßnahmen der Amerikaner ist geschichtlich bedingt: Weil die USA das Mutterland des Internets sind, läuft dort der globale Datenverkehr zusammen. Die NSA kann daher leichter die ganze Welt belauschen, wogegen das Misstrauen von Russlands Geheimdiensten seit Sowjetzeiten ebenso sehr gegen das eigene Volk gerichtet ist.

Dazu kommt, dass Politiker, Behörden und Gerichte den Begriff "Extremismus" nach Bedarf interpretieren. Zahlreiche Websites sind mit der Begründung blockiert, die Betreiber hätten zu nicht genehmigten Protesten aufgerufen. In dieser Woche veröffentlichte Pawel Durow, der Gründer des russischen Facebook-Klons VKontakte einen Brief des FSB, in dem er aufgefordert wurde, die Gründer aller ukrainischen Gruppen bekannt zu geben, die den Maidan unterstützen.

Quelle: Süddeutsche.de

Systematisch aufgebaute Abhöranlagen

US-Botschaften: Spionage-Installationen

NSA-Spähskandal: So funktionieren die Abhöranlagen in US-Botschaften

Falsche Fassaden aus Polyethylen oder Keramik, dahinter Hochleistungsantennen: Es gibt klare Hinweise auf Spionage-Installationen in US-Botschaften. Experten kennen die Tarntechnik - von alten britischen Abhöranlagen.

Auf den Dächern der US-Botschaften in Berlin und Genf sieht man merkwürdige Aufbauten. Sie wirken wie etwas zu groß geratene Anlagen für die Haustechnik. Eine Besonderheit lässt sich in Genf und Berlin erkennen: Große Flächen der Außenwände bestehen aus einem anderen Material als die Umgebung.

Diese seltsamen Sichtblenden kennt der britische Enthüllungsjournalist Duncan Campbell. Er hat 1999 über eine Abhörinstallation berichtet, mit der der britische Geheimdienst den gesamten Telefonverkehr mitschneiden konnte, der über eine Richtfunkverbindung nach Irland ging. Campbell verortete die Abhöranlage damals in einem Funkturm mit eigenartigen Sichtblenden, der auf einem Militärgelände in Nähe der Funkanlage der British Telecom errichtet worden war. Campbell hat den vom Militär später aufgegebenen Turm besucht, er fand Überbleibsel von Elektroinstallationen, Kühlanlagen - und eben jene Abdeckungen aus dielektrischem Material.

Derartiges Material zeichnet sich dadurch aus, dass es elektrisch isolierend wirkt, elektromagnetische Wellen, wie sie für Mobilfunk genutzt werden, aber durchlässt. Ein Vorteil von Dielektrika ist, dass man sie aus vielen unterschiedlichen Rohstoffen herstellen kann.

Beispielsweise eignet sich Polyethylen dafür ebenso gut wie bestimmte Keramiken. So lassen sich Werkstoffe unterschiedlicher Beschaffenheit verwenden, die sich gut in die jeweilige Umgebung einfügen, entsprechend einfärben, formen und tarnen lassen. Einem unbedarften Beobachter wird kaum auffallen, dass es sich bei manchen Fassadenabdeckungen um solche Tarnkappen handelt, hinter denen Abhörantennen verborgen sein können.

Auf dem Dach der US-Botschaften am Pariser Platz in Berlin ist ein Aufbau zu erkennen, in den offensichtlich solche Abdeckungen eingebaut sind. Hinter dieser Sichtblende befinde sich die Abhörtechnik, sagt Campbell. Ebenso fällt bei der US-Botschaft in Genf auf, dass es im Obergeschoss einen fensterlosen Bereich und zudem einen rechteckigen turmartigen Aufbau auf dem Dach gibt, hinter denen Abhöreinrichtungen verborgen sein könnten.

US-Spezialeinheit "Special Collection Services"

Duncan Campbell zeigt weitere mögliche Anlagen auf US-Botschaften und beschreibt Parallelen zu der von ihm in Capenhurst beobachteten Anlage auf. Campbell sagt über die Dachaufbauten auf der US-Botschaft in Berlin: "Solche Dachaufbauten kann man auf den Dächern von einem Dutzend US-Botschaften in Europa und weltweit erkennen. Nur in den Staaten, die zur Allianz der 'Five Eyes' gehören, sieht man so etwas nicht."

Es gibt einige Hinweise darauf, dass US-Spezialeinheiten auf den Botschaftsdächern in europäischen Metropolen Menschen abhören:

In einem als "streng geheim" eingestuften NSA-Papier aus dem Jahr 2010 geht hervor, dass in Berlin eine Spezialeinheit von CIA und NSA namens "Special Collection Service" (SCS) residiert. Diese Einheiten betreiben getarnte Abhöranlagen.

Die Einheit kann Mikro- und Millimeterwellen, Mobilfunk und W-Lan-Netze abfangen, sowie Zielpersonen orten. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

In einem dem SPIEGEL vorliegenden NSA-Dokument wird die Tarnung von Abhöranlagen auf den Dächern von US-Botschaften beschrieben. Der Begriff "concealed collection system" steht im Geheimdienstjargon für Überwachungstechnik, die auf einem Gebäude verdeckt installiert werde. Antennen würden "in falschen architektonischen Details oder Anlagen auf dem Dach versteckt".

Im selben NSA-Dokument ist außerdem von "stateroom sites" die Rede. Es handelt sich dabei um kleine, mit wenig Personal besetzte Überwachungseinrichtungen in den Botschaften oder Konsulaten der USA, Großbritanniens, Kanadas und Australiens. Die wahre Aufgabe der Überwacher sei der Mehrheit der Botschaftsmitarbeiter nicht bekannt.

Wie könnte man mit Antennen hinter solchen Sichtblenden Mobilfunkgespräche abhören? Die wohl bekannteste, mehrfach öffentlich vorgeführte Methode: Eine Anlage zum Abhören von Mobilkommunikation gibt sich als Basisstation aus und leitet den Verkehr zu den tatsächlichen Basisstationen der Anbieter durch. Jürgen Schmidt, Sicherheitsexperte beim Fachmagazin "c't", sagt: "Die Verschlüsselung von Mobilfunknetzen ist kaputt. Die GSM-Verschlüsselung haben interessierte Privatleute geknackt. UMTS- und 4G-Datenverbindungen sind meines Wissens bislang nicht öffentlich geknackt, aber das heißt nichts. Man muss davon ausgehen, dass Geheimdienste wie die NSA das können."

Bei diesem Verfahren könnte eine Anlage auf einem Dach eine Fläche wie ein Mobilfunkmast abdecken. "Mit einem Radius von mehreren Hunderten Metern, vielleicht sogar einem Kilometer", schätzt Schmidt. Das ist die bekannteste Abhörtechnik. Man kann aber nicht ausschließen, dass es auch möglich ist, rein passiv abzuhören - also ohne sich überhaupt als Basisstation zwischen Handy und Mobilfunkprovider einzuklinken.

Sogar Steckdosen wurden aus den USA eingeflogen

Einige Mobilfunkbasisstationen sind per Richtfunk mit dem Kernnetz des Anbieters verbunden. Wenn es Überwachern gelingt, diese Funksignale mitzuschneiden, könnten sie passiv überwachen - so wie der britische Geheimdienst GCHQ es laut Duncan Campbell in den Neunzigern bei der Richtfunkverbindung nach Irland tat.

Schon der Bau des Berliner Botschaftsgebäudes wurde zur Geheimsache. Wohl auch, weil der russische Geheimdienst Wanzen direkt in die in die Wände des Moskauer Botschaftsneubaus eingearbeitet hatte, ließ man die Baustelle am Pariser Platz von Secret Service und CIA überwachen. Ohne besondere Genehmigung kam niemand hinein. Beim Richtfest wurde streng darauf geachtet, dass keiner der Gäste über das Erdgeschoss hinaus kam.

Nur der Anschluss für Löschwasser an der Grundstücksgrenze entspricht deutschen Maßen. Alles was sich im Inneren befindet, orientiert sich an US-Normen, wurde von US-Bauprüfern kontrolliert. Sogar Steckdosen und Türgriffe wurden aus dem Heimatland eingeflogen. Und obwohl jeder Bauarbeiter vor der Zulassung zur Baustelle wochenlang überprüft wurde, waren stets Mitarbeiter des US-Baukonzerns Hensel Phelps für die Arbeiten in den Sicherheitsbereichen zuständig. Material wurde hinter Sichtblenden angeliefert, egal ob es sich dabei um Küchenmobiliar oder womöglich Abhörantennen handelte.

Quelle: Spiegel.de

NSA/GCGQ: Flächendeckendes Abhörsystem Echelon

Was die Bundesregierung über die Spionageaktivitäten wusste

Echelon - das Spionagenetzwerk, an dem die USA und Großbritannien beteiligt waren, gab es bereits seit den 1970er Jahren.

Bad Aibling in Bayern ist einer von vielen Horchposten, die im Kalten Krieg entlang der deutsch-deutschen Grenze gebaut wurden. Insgesamt unterhielt die NSA schätzungsweise 18 Einrichtungen in der Bundesrepublik. Die Anlagen wurden streng bewacht. Die Aktionen blieben geheim, die Mitarbeiter anonym. 2004 wurde Bad Aibling offiziell geschlossen. Inoffiziell betreibt der BND, der dort schon früher Mieter war, die Station weiter, allerdings mit Hilfe einer kleinen Abordnung der NSA. Der amerikanische Geheimdienst bestreitet die Präsenz. Und die deutschen Behörden hüllen sich in Schweigen.

Fakt ist: Die US-Abhöranlagen wurden von Deutschland aus betrieben. Darin könnte man zunächst eine Verletzung der Souveränitätsrechte erblicken. Die Staatsanwaltschaft München nimmt an, dass die Bundesregierung eine völkerrechtliche Gestattung für den Standort erteilt hat (Az.: 60 UJS 7700/01). Dies wiederum setzt voraus, dass sie Kenntnis von den Aktivitäten hatte. Im April 2000 gibt die Regierung zu: „Diese Station wird zur Erfassung militärischer Hochfrequenz- und Satellitenverkehre betrieben, die für die außen- und sicherheitspolitische Lage der Vereinigten Staaten von Amerika sowie ihrer europäischen Partner von Relevanz sind. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden im Übrigen auch dem Bundesnachrichtendienst zur Verfügung gestellt.“ Der BND profitierte also auch von US-Geheimdienstinformationen. Weiter heißt es in dem Dokument: „Von amerikanischer Seite ist mehrfach versichert worden, dass von Bad Aibling keine gegen die Interessen der Bundesrepublik Deutschland gerichteten Aktivitäten ausgehen. Die Bundesregierung hat keinen Anlass, an diesen Versicherungen zu zweifeln.“

Das Ausmaß von Echelon war bereits 2000 bekannt

Vielleicht hätte sie doch zweifeln müssen. Offenbar haben die USA auch deutsche Ziele ausspioniert. War der BND naiv? Oder duldete er gar die Schnüffelei? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, heißt es. Die Brisanz liegt darin, dass Bad Aibling das große Ohr des flächendeckenden Abhörsystems Echelon war, an dem unter anderem die NSA und der GCGQ beteiligt waren. Dieses Programm wurde als satellitengestütztes System zum Abfangen von Kommunikationsinhalten konzipiert. Telefonate, Fax und E-Mails wurden rastermäßig gesammelt und ausgewertet.

Das Ausmaß von Echelon war bereits durch eine vom Europäischen Parlament in Auftrag gegebene Studie im Februar 2000 bekannt (sogenannte STOA-Berichte). Demnach wurde mit dem Echelon-System nicht nur Wirtschaftsspionage betrieben, sondern auch die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger massiv verletzt. Der 192 Seiten umfassende Bericht kommt zu dem Ergebnis: „Die Situation in Europa erscheint für den europäischen Bürger wenig zufriedenstellend. (…) Ausländischen Systemen ist der Einzelne relativ wehrlos ausgeliefert, das Schutzbedürfnis ist hier noch größer. Es darf auch nicht vergessen werden, dass aufgrund des besonderen Charakters von Nachrichtendiensten EU-Bürger von der Tätigkeit mehrerer Nachrichtendienste gleichzeitig betroffen sein können.“

Wayne Madsen, ein ehemaliger NSA-Mitarbeiter, der vor dem Ausschuss aussagte, zeigte sich wenig später bei seinem Treffen mit der Ausschussdelegation in Washington „besorgt“ über die Gefahr, die das globale Spionagesystem für die Privatsphäre europäischer Bürger bedeutet. Seinen Aussagen zufolge sammelte die NSA schon in den 1990er Jahren 1000 Seiten Informationsmaterial zu Prinzessin Diana, weil deren Kampagne gegen Landminen die US-Politik konterkarierte.

Der Echelon-Ausschuss sah im Übrigen auch Sicherheitslücken bei der Europäischen Kommission: „Heute schon kann festgestellt werden, dass die Verschlüsselungssysteme, mit denen die Kommission mit Teilen ihrer Außenbüros kommuniziert, veraltet sind (…) Die Einführung eines auf der Basis von verschlüsselter E-Mail arbeitenden neuen Systems ist dringend geboten.“ Natürlich konnte niemand mit der Ausspähung eines Verbündeten rechnen. Doch die Empfehlungen des Ausschusses, das Informationssystem auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, wurden ignoriert.

In dem 1996 veröffentlichten Buch des neuseeländischen Autors Nicky Hager „Secret Powers – New Zealand’s role in the international spy network“ wird erstmals das System Echelon ausführlich beschrieben. Danach wurde bereits in den 70er Jahren angefangen, durch Bodenstationen, die via Intel-Satelliten – dem ersten globalen Satelliten-Kommunikationssystem – gesendete Nachrichten abzuhören. Die Praxis ist also schon Jahre lang bekannt. Nur darüber reden wollte keiner.

In einem 60-minütigen Interview mit dem Fernsehsender NBC sagte Mike Frost, ehemaliger Agent beim kanadischen Geheimdienst CSE: „Echelon deckt alles ab, was (an Wellen) ausgestrahlt wird, zu jedem beliebigen Zeitpunkt. Jeder Zentimeter wird ausgeleuchtet.“ Das transkribierte Interview liest sich wie ein Agententhriller. Frost behauptete, dass das CSE auf Bitten Margaret Thatchers in den 80er Jahren zwei nicht linientreue Minister ausspähte. „Sie wollte nicht herausfinden, was die Minister sagten, sondern was sie dachten.“ Die Eiserne Lady als kontrollwütige Regierungschefin. „Das britische Parlament wusste davon nichts“, sagte Frost. Gefälligkeiten unter Bundesgenossen. „Dirty work“ nennen das Insiderkreise. Der britische Geheimdienst hätte freilich nicht die Befugnis gehabt, die eigenen Minister zu überwachen. Darum ersuchte er das CSE. Durch die Amtshilfe eines ausländischen Nachrichtendienstes konnte die parlamentarische Kontrolle ausgehebelt werden.

Quelle: Tagesspiegel.de


Die Schweiz: Ein kleiner Staat mit grossen Ohren

Die Ausrichtungen der Antennen verraten es: Der Schweizer Geheimdienst überwacht die ganze Welt. Mit Vorliebe jedoch werden unsere Nachbarländer und Russland ins Visier genommen.

Dass der Schweizer Geheimdienst mindestens zwei Abhörstationen betreibt, ist bekannt. Der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt ist hingegen, welche Satelliten dabei abgehört werden. Mittels Google Earth und dem im Internet gratis verfügbaren Navigationsprogramm «Gpredict» kann die Ausrichtung der Parabolantennen präzise berechnet werden. Die «Nordwestschweiz» hat eine detaillierte Auswertung der Antennenpositionen vorgenommen. Die Analyse basiert alleine auf Beobachtungen, die grundsätzlich jedermann machen kann, der über die nötigen Fachkenntnisse verfügt.

Visier auf Europa und Moskau

Das Resultat: In Leuk VS werden zusammen mit der privaten Signalhorn AG mindestens 13 Satelliten ausspioniert, darunter Inmarsat 3 F-2, den auch die Firma Wavecom in Bülach anpeilt.

In Wolfrichti BE sind es neun. Hinzu kommt dort eine spezielle Logper-Kurzwellenantenne. Diese spioniert direkt den Grossraum Moskau aus. Pro Satellit, der überwacht wird, ist eine Antenne notwendig.

Grundsätzlich zeigt die Zusammenstellung: Überwacht werden grossmehrheitlich zivile Satelliten, über welche nebst Radio und Fernsehen vor allem Telefongespräche, E-Mails, Fax und Internetverbindungen abgewickelt werden.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Das riesige Ohr auf dem Bild hat einen Durchmesser von 29 Metern. Es zielt gemäss Google Earth und «Gpredict» millimetergenau auf den Satelliten Yahsat 1A. Dessen Betreiber ist die Al Yah Satellite Communications Company mit Sitz in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate). Über diesen Satelliten laufen private und staatliche Kommunikation aus Nordafrika und dem Mittleren Osten.

Überwacht werden aber längst nicht nur Krisenregionen im Nahen Osten oder in Afrika. Die Zusammenstellung zeigt, dass der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) im grossen Stil Daten aus den Nachbarstaaten absaugt. Die Mehrheit der überwachten Satelliten betrifft Europa. Auch Russland ist ein beliebtes Ziel.

Die Abhörstationen in Leuk und Wolfrichti gehören zum Satelliten-Überwachungssystem Onyx der Führungsunterstützungsbasis der Armee. Den Standort Leuk teilen sich die Armee und die private Firma Signalhorn. Daher ist dort von aussen nicht eruierbar, wer welche Antenne benutzt. Medienberichten zufolge ist die Firma Signalhorn mit dem amerikanischen Geheimdienst NSA verbandelt. Die Firma und der NDB bestreiten dies.

Auch Schweizer abgehört

Laut den gesetzlichen Bestimmungen dient das Onyx-System dazu, Verbindungen im Ausland, vom Ausland in die Schweiz oder von der Schweiz ins Ausland abzuhören, lediglich Telekommunikationsteilnehmer im Ausland zu identifizieren und nur aus dem Ausland stammende Daten abzufangen und zu bearbeiten.

Beteiligt an diesen Gesprächen sind jedoch meist auch Bewohner des eigenen Landes. Die zuständige Aufsichtskommission sprach schon 2005 von «Massenüberwachung».

Das System könne bedeutsame Risiken für die Grundrechte zeitigen, namentlich für das Recht Privatsphäre und die Einhaltung von Fernmeldegeheimnis und Datenschutz.

Nächste Woche diskutiert der Nationalrat das neue Nachrichtendienstgesetz. Dieses sieht einen massiven Ausbau der Überwachungsmöglichkeiten vor.

Quelle: Aargauerzeitung.ch


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