Elektromagnetische Waffensysteme


Taktische Systeme: EMP-Waffe

Im Wettlauf um funktionsfähige EMP-Systeme, den Waffen für das digitale Zeitalter, geht die Entwicklung in Richtung taktischer Systeme, was die Einsatzschwelle senken wird. Die gefährlichste Waffe gegen digitalisierte Staaten und ihr Militär ist ein massiver elektromagnetischer Impuls, der die elektronische und digitale Infrastruktur eines ganzen Landes lahmlegen oder ausschalten könnte.

2018 Heise.de - Wer wird zuerst eine EMP-Waffe einsetzen?

Grundlagen: Unsichtbare Wellen


Russische Plasma Waffensysteme

Moderne Wunder: Ungewöhliche Waffen

Das Arsenal der Streitkräfte von heute umfasst ferngesteuerte Drohnen und Roboter - Elemente der High-Tech-Kriege. Viele neue Waffensysteme befinden sich derzeit in der Erprobungsphase: vom LED-Blinklicht, das Angreifer mit Brechanfällen außer Gefecht setzt, bis hin zum Lasergeschütz.


Militärische Forschung von elektromagnetischen Waffensysteme

Zerstörung durch Strahlen: Entwicklung elektromagnetischer Waffen schon weit fortgeschritten

Zahlreiche Länder arbeiten gegenwärtig an der Entwicklung elektromagnetischer Waffensysteme. Dabei wird Hochfrequenz-Strahlung als Waffe genutzt, um beispielsweise Computernetze zu zerstören.

Schon auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges hatte es bei den Militärs in den Vereinigten Staaten die Vorstellung gegeben, mit der Hochfrequenz-Strahlung einer in großer Höhe explodierenden Bombe Telefonnetze oder elektronische Komponenten von Kraftfahrzeugen zu zerstören. Was damals noch utopisch anmutete, ist inzwischen in zahlreichen Wehrtechnikunternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks zu einem wichtigen Forschungs- und Entwicklungsgebiet geworden. Selbst die einschlägige Fertigung hat bereits begonnen.

Kernstück der Waffe ist ein Mikrowellen-Generator

Einzelne Wehrtechniker sprechen bereits davon, dass das 21. Jahrhundert vermutlich die Epoche der Elektromagnetischen Waffen werden würde. Dabei wird ganz überwiegend auf elektromagnetische Impulse gesetzt, deren Bündelung auf ein gegnerisches Ziel dazu führen soll, dass dessen Elektronik kurzfristig überlastet und somit zerstört wird. Kernstück derartiger Waffen ist ein so genanntes Magnetron, ein Mikrowellen erzeugender Generator, wie er schon heute in zahlreichen Radargeräten zu finden ist.

Charakteristisch für Radargeräte der Zukunft ist dabei, dass sie zum einen wie ein heutiges Radargerät arbeiten und den Luftraum nach metallenen Objekten durchsuchen. Darüber hinaus lässt sich das künftige Radargerät aber auch auf eine zweite Aufgabe umschalten. Dabei wird dann die Strahlung gebündelt und auf ein einziges Ziel, beispielsweise eine anfliegende Rakete, gerichtet. Die Elektronik dieser Rakete versagt, wenn sie unter einen derartigen Beschuss kommt.

Solche Geräte – mit und ohne konventionelle Radar-Funktion – lassen sich auch in Flugzeuge, Schiffe, Fahrzeuge und selbst einzelne Waffen integrieren, die der Soldat zu Fuss mit sich trägt. All das nimmt sich bisher meist noch utopisch aus.

Die ersten dieser Waffen sind schon eingesetzt worden

Dass die elektromagnetische Waffe keine Zukunftsvision mehr ist, , zeigte der kurze Luftkrieg gegen Libyen im Jahre 2012. In einzelnen alliierten Kampfflugzeugen waren elektromagnetische Waffen installiert, um gegnerische, libysche Bodenanlagen außer Gefecht zu setzten. Die USA sollen schon über mehr als 50 Flugzeuge verfügen, in die diese Waffen eingebaut sind. Zugleich konzentrieren sich die amerikanischen Entwickler auf Elektromagnetwaffen für Fahrzeuge. Die britische Wehrtechnik beschäftigt sich dagegen besonders mit elektromagnetische Waffen für den Einsatz auf Schiffen. Auch die Kanadier sind auf letzterem Gebiet tätig.

Auch an neuen Abwehrsystemen wird schon gearbeitet

Fast selbstverständlich ist, dass auch schon an der Entwicklung von Materialien gearbeitet wird, die elektromagnetische Strahlung abstoßen sollen. Zu den Vorreitern zählen dabei Schweden und die Vereinigten Staaten. Die einschlägigen Entwicklungsarbeiten reichen bis hin zu Zementtypen, die durch den Einschluss von winzigen metallischen Elementen einen Beton ermöglichen, der gegen solche Strahlung resistent ist und damit die Elektronik etwa im Inneren von Gebäuden schützt.

Quelle: Ingenieur.de

Boeings Super-Laser kann unbegrenzt oft schießen

Treffsicher: Boeing zufolge hat das „High Energy Laser Mobile Demonstrator“ (HEL MD) getaufte Gefährt auf der Eglin Air Force Base mehr als 150 Luftziele vom Himmel geschossen.

Zusammen mit der US-Armee entwickelt Boeing einen mobilen Luftabwehrlaser. Er trifft selbst bei Nebel Drohnen wie Granaten und hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber konventionellen Waffen.

Laser als Militärwaffen gelten bislang als wenig praxistauglich: Entweder sie sind nicht sonderlich leistungsstark und lassen sich deswegen schon von bloßem Bodennebel oder Regen ablenken. Oder sie benötigen aufwendige Energieversorgung, empfindliche Optiken und hochgiftige Chemikalien für den Betrieb und funktionieren deswegen nur in kontrollierten Testumgebungen, aber nicht im harten Kampfeinsatz.

Forscher des US-Rüstungskonzerns Boeing wollen diese Vorurteile jetzt ausräumen. Erstmals haben sie erfolgreich einen mobilen Luftabwehrlaser getestet. Dazu haben die Boeing-Ingenieure zusammen mit der US-Armee einen Zehn-Kilowatt-Feststoff-Laser samt Energieversorgung und Sensoren auf einen einzigen hochgeländegängigen Laster des US-Militärs vom Typ Oshkosh montiert, und ihn auf einem Testgelände des US-Militärs in Florida ausprobiert.

Das „High Energy Laser Mobile Demonstrator“ (HEL MD) getaufte Gefährt schoss auf der Eglin Air Force Base mehr als 150 Luftziele vom Himmel, darunter ferngelenkte Drohnen und sogar Granaten eines 60-Millimeter-Mörsers.

Einsatz auch bei Bodennebel

Dabei musste das Gefährt sich unter Bedingungen beweisen, die Laseringenieure bei Demonstrationen bislang sorgfältig vermieden haben: Bei den Tests im Frühsommer funktionierte der Laser laut Boeing sowohl bei Bodennebel als auch bei Wind und Regen.

In einem Video zeigen die Tester, wie der 8x8-Lkw durchs Gelände fährt, anhält, den dreh- und schwenkbar montierten Laser samt Sensorik aus dem Dach des Aufbaus ausfährt und ohne weitere Vorbereitungen Luftziele abschießt.

Als Sensoren nutzt der Prototyp bislang Teleinfrarotkameras, ein Überwachungsradar ist geplant. Boeings Video-Botschaft ist deutlich: Den Ruf als komplizierte Laborwaffe ohne praktischen Nutzen sollen die Feststofflaser nun verlieren.

Mehr Reichweite und schnellere Abschüsse

Laut Boeing ist HEL MD die erste mobile Energiewaffe zur Nahbereichsabwehr von Raketen, Artilleriegeschossen und Mörsergranaten (C-RAM), die tatsächlich einsatzbereit ist. Zur Reichweite des Lasers oder zu möglichen Einschränkungen bei Schlechtwetter oder gegen besonders geschützte Ziele machte Boeing keine Angaben.

Vergleichbare Systeme auf Basis von konventionellen Maschinenkanonen wie etwa das C-RAM-System Mantis der Bundeswehr haben je nach Ziel eine Reichweite von etwa drei Kilometern – wie groß die Fläche ist, die HEL MD schützen kann, kommuniziert Boeing noch nicht.

Doch die Ingenieure haben sich zum Ziel gesetzt, die Leistung des Lasers in einer nächsten Entwicklungsstufe von zehn auf mindestens 50 Kilowatt zu erhöhen, um mehr Reichweite und schnellere Abschüsse zu erreichen. Je kürzer der Laser auf ein Ziel einwirken muss, um es zu zerstören, desto eher kann er ein weiteres Ziel angreifen.

Dabei sind Drohnen wegen ihrer dünnen Außenhaut und empfindlichen Elektronik deutlich einfacher per Laser abzuschießen als Mörsergranaten mit Stahlhülle und Sprengstofffüllung. Wie viele Ziele der HEL MD gleichzeitig erfassen und angreifen kann, oder ab wann er mittels eines Übersättigungs-Angriffs – mehrere Projektile aus unterschiedlichen Richtungen gleichzeitig – überfordert werden kann, hält Boeing naturgemäß geheim.

Prinzipiell kann der Laser unbegrenzt oft schießen

Doch ein entscheidender Vorteil des Laser-C-RAMs ist, dass der Laser prinzipiell unbegrenzt oft schießen kann, während konventionelle Systeme wie Mantis bereits nach wenigen Abschüssen aufwendig per Hand nachgeladen werden müssen.

Bei dem Laser lädt der Lkw die Batteriebänke und Kondensatoren im Betrieb mit einem Standard-60-KW-Dieselgenerator auf. Damit entfallen gegenüber herkömmlichen Systemen die Munitionsversorgung im Feld und die aufwendige Aufmunitionierung oder Waffenpflege. Lediglich die Optik muss sauber gehalten werden.

Zudem ist der Betrieb deutlich günstiger als bei konventionellen Systemen: C-RAM auf Basis von Maschinenkanonen benötigen teure Spezialmunition, raketenbasierte Systeme sogar Lenkraketen mit Stückpreisen von 50.000 bis 500.000 Dollar. Das ist viel Aufwand für den Abschuss einer Mörsergranate im Wert von wenigen Dollar.

Langfristig will das US-Militär die Laser auch auf Schiffen einsetzen, dort aber mit erheblich mehr Leistung auch als Waffe gegen Überwassereinheiten.

Quelle: Welt.de


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