Elektromagnetische Abwehr


Mikrowellen-Kanone: Zerstörung elektronischer Geräte

Die US-Armee rüstet sich mit einer Mikrowellenkanone für neue Bedrohungen wie Sprengstoffdrohnen in Syrien und im Irak. Als Luftabwehrstellung soll die Kanone bei Bedarf ganze Schwärme von Drohnen mit einem einzelnen Schuss vom Himmel holen, prinzipiell lässt sie sich aber auch gegen alle andere elektronischen Bedrohungen einsetzen.

Die von der Kanone über eine Schüssel ausgestrahlten Mikrowellen rösten einem "Engadget"-Bericht zufolge alles, was Schaltkreise hat. Das können Drohnen sein, prinzipiell könnte die Kanone aber auch die Elektronik sich nähernder Fahrzeuge oder feindliche Computer zerstören. Die Funktionsweise sei mit einem elektromagnetischen Puls (EMP) vergleichbar, mit dem man ebenfalls elektronische Geräte zerstören kann.

2016 Krone.at - US-Luftabwehr: Mikrowellenkanone röstet ganze Drohnenschwärme

Ziel der Verteidigung ist es, eigenes Gelände gegen feindliche Angriffe zu behaupten. Der endgültige Erfolg ist dann erreicht, wenn der Feind in oder vor dem eigenen Verteidigungsraum zerschlagen worden ist, das heißt seinen Angriff nicht weiter fortsetzen kann. Das aktive Zerschlagen von in den eigenen Verteidigungsraum eingedrungenem Feind erfolgt durch vorgeplante Gegenangriffe der Reserve oder improvisierte Gegenstöße durch vor Ort verfügbare Kräfte.

Zielobjekt auf dem Schiff

Elektromagnetische Abwehr: Zeitungsberichte und hergestellte Waffen

Die Überfälle werden immer dreister, nun wehren sich die Reeder gegen die Piraten. Mit Schall- und Laserkanonen wollen sie ihre Schiffe schützen. Wer sie bedient, wird aber selbst zur Zielscheibe. Einfache Maßnahmen wie Stacheldraht sind mitunter wirkungsvoller, meinen Experten.

Hamburg - Mit ihren kleinen Schnellbooten rasen die Piraten auf den britischen Tanker zu. Die "Trafalgar" versucht, die Fahrtrichtung zu ändern und einen Zickzackkurs zu fahren - aber die Verfolger lassen sich nicht abschütteln. Zufällig fängt die deutsche Fregatte "Karlsruhe" den Hilfe-Funkspruch der Engländer auf und schickt rettende Helikopter los.

Nicht immer geht ein Piratenüberfall so gut aus wie dieser Mitte November im Golf von Aden. Derzeit herrscht Totenkopf-Alarm vor der Küste Somalias: Piraten machen Jagd auf Tanker und Kreuzfahrtschiffe - in der Hoffnung auf fette Beute und Geiseln.

Der Bundestag hat der deutschen Marine am Freitag erstmals ein Mandat zur Bekämpfung der Seeräuberei notfalls mit Waffengewalt gegeben. Doch Reeder setzen meist auf Selbsthilfe, vorwiegend auf technische. Mit neuartigen, sogenannten nichttödlichen Waffen wollen sie ihre Schiffe zu schwimmenden Festungen ausbauen. Zum Schutz ihrer Mannschaft will zum Beispiel die Bremer Reederei Beluga Shipping Schallkanonen einsetzen. Aber auch Infraschall-, Laser- und elektromagnetische Kanonen sind im Gespräch. "Schallkanonen sind derzeit besonders gefragt", sagt Dirk Steffen von der britischen Firma Aegir Security Solutions im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Er berät Reeder in Sicherheitsfragen.

Doch egal ob Schall oder Laser - grundsätzlich haben alle technischen Lösungen einen Nachteil: "Es gibt prinzipiell wenig belastbare Erfahrungswerte", sagt Steffen. Und: Wer eine Abwehrwaffe einsetzt, zum Beispiel eine Schallkanone, wird selbst zur Zielscheibe. Piraten greifen meist mit mehreren Booten an, beschießen ein Schiff und verlangen, an Bord gelassen zu werden. Sie betreiben eine Rudelstrategie: Eine Bootsmannschaft versucht zu entern, die übrigen Boote nehmen gezielt Leute an der Reling unter Beschuss. Eine Fernsteuerung der Schallkanone wäre nötig, diese ist aber teuer. Andere, weitaus weniger aufwendige Maßnahmen sind effizienter, meinen Sicherheitsexperten.

SPIEGEL ONLINE zeigt im Überblick, welche Möglichkeiten Experten diskutieren, um Schiffe sicherer zu machen.

Das meistdiskutierte Abwehrmittel sind Schallkanonen, englisch "Long range acoustic device" (LRAD). Sie wurden vom US-Militär nach dem Sprengstoffanschlag auf die "USS Cole" im Jahre 2000 eingesetzt. Die Vorrichtung besteht aus einem runden Schirm, der wie ein Megaphon zur Übermittlung von Anweisungen und Warnungen eingesetzt werden kann. Der Beschuss erfolgt mit Schall von 150 Dezibel Stärke - ein Terror-Lärm, dem niemand standhalten kann. In der Standardausführung wirkt die Waffe über 500 Meter weit. Mit ihrer Hilfe soll Anfang November 2005 der Angriff auf das Kreuzfahrtschiff "Seabourn Spirit" vor der somalischen Küste verhindert worden sein. Am 28. November 2008 wehrte ein dreiköpfiges britisches Sicherheitsteam mit einem LRAD mehrere Angriffe gegen den Chemikalientanker "Biscaglia" ab, doch nach Beschuss mit Panzerfäusten enterten die Seeräuber schließlich doch noch das Schiff.

"LRAD ist in der Konfiguration der Firma ATC grundsätzlich funktionsfähig und wirksam, allerdings ist das für die Marine entwickelte Gerät 1000 oder 1000X auch recht groß und teuer", sagt Steffen. "Private Sicherheitsdienstleister bevorzugen daher das kleinere 500 oder 500X. Das aber hat eine effektive Reichweite von nur etwa 200 Metern. Damit ist man schon in Schussweite der Angreifer, bevor man es einsetzen kann. Eine Fernsteuerung gibt es derzeit nur für die große 1000er Serie."

"Active denial system" (ADS) heißt diese Waffe, die den Angreifer mit Mikrowellen von 95 Gigahertz außer Gefecht setzt.

Diese mobile Antenne, entwickelt vom US-Rüstungskonzern Raytheon und derzeit noch in der militärischen Testphase, sendet schmerzhafte, elektromagnetische Wellen aus, die die Haut des Betroffenen genauso stimulieren wie ein Hitzestrahl von 55 Grad Celsius. Es fühlt sich an, als würde man brennen. Die Reichweite beträgt einen halben Kilometer, soll mehrere Angreifer zugleich kampfunfähig machen. Die Geräte sind fernbedienbar. Fachleute halten sie jedoch für langsam und ineffektiv.

"ADS ist noch nicht serienreif", meint Steffen. "Und persönlich kann ich mir dieses sperrige Gerät an Bord auch nur schwer vorstellen."

Diese Waffe erzeugt unhörbare Vibrationen unterhalb von 20 Hertz. Sie überbrücken große Distanzen und durchdringen alles, selbst Schiffe und Gebäude. Infraschall ruft beim Gegner Unwohlsein, Furcht und Panik hervor, die Wirkung hält über Stunden an. "Dieses Konzept gibt es seit 20 Jahren", so Steffen. "Die Einsatzreife ist aber noch nicht nachgewiesen."

Piraten greifen mit kleinen Booten an, die nur schwer auf dem Radar zu entdecken sind. Wachposten müssen nach ihnen Ausschau halten, vor allem nachts. Dazu brauchen sie starke Scheinwerfer, mit denen sie die Angreifer auch irritieren können. Ferner setzt man Laserkanonen ein, sogenannte "dazzle guns". Mit ihnen kann man den Gegner über große Entfernungen mit Laserstrahlen blenden. Der Nachteil: Die Waffe wirkt punktuell, man kann jeweils nur einen Gegner in Schach halten.

"Das kann ich mir gut für den Nachteinsatz vorstellen, aber da reichen zumeist auch die vorhandenen Scheinwerfer, um die Orientierung beim Längsseitsgehen und Entern empfindlich zu stören", sagt Steffen.

Eines der bekanntesten Mittel gegen das Entern von Schiffen sind Feuerwehrschläuche. Der harte Wasserstrahl fegt auf kurze Distanz jeden Angreifer um und kann das Entern tatsächlich verhindern. Auf größere Distanz hat der Wasserstrahl keine Wirkung. Entscheidend ist die kurze Distanz zum angreifenden Boot. Noch besser geeignet sind Löschkanonen, die ferngesteuert werden können.

"Damit hat man gute Erfahrungen im Nahkampf gesammelt", so Steffen. "Viele moderne Schiffe verfügen über solche Kanonen, die von der Brücke aus bedient werden können." Doch leider seien sie zumeist unter Feuersicherheitsgesichtspunkten aufgestellt und deckten nicht immer die potentiellen Enterpositionen ab. Besatzungen behelfen sich daher zumeist mit provisorisch befestigten Schläuchen, die ebenfalls von der Brücke gestartet werden können.

In Höhe der Reling werden mehrere blanke Drähte um das gesamte Schiff gespannt. Unter eine Spannung von 9000 Volt gesetzt, verhindert das System, dass Piraten Enterhaken oder Aluminiumleitern einhängen. Der Stromschlag ist nicht tödlich - zusätzlich kann ein Alarmsystem installiert werden.

"Obwohl nur wenige Schiffe darüber verfügen, haben diese Anlagen ein gutes Abschreckungspotential", sagt Steffen. Mindestens ein Piratenangriff wurde abgebrochen, nachdem die Besatzung den Piraten erfolgreich die Präsenz eines E-Zauns vorgetäuscht hatte." Das Problem ist, dass Strom und Seewasser sich nicht gut vertragen. "Mit gut verlegtem Nato-Draht lässt sich ein ähnliches Ergebnis erzielen, unter geringerem Verlegeaufwand und Kosten", so Steffen.

Sind Piraten erst einmal an Bord, kann sich die Crew in schussfeste Sicherheitsräume retten - so lange bis rettende Marineschiffe kommen. Die Räume könnten jedoch relativ leicht gesprengt werden.

Einschätzung von Dirk Steffen: "Sicherheitsräume, auch als 'Zitadelle' bekannt, sind bei den Öl- und Gasfirmen in Nigeria ein Mittel der Wahl zur Risikominderung. Aber man muss den richtigen Raum auswählen und ihn gegen Granatbeschuss sichern. Die Crew muss zudem den schnellen Rückzug in den Raum beherrschen. Das Problem ist bei den meisten Schiffen die Sicherung der Brücke. Insgesamt aber sind Sicherheitsräume eine gute Lowtech-Lösung."

Wilhelm Probst, Eigentümer der Firma Staff Maritim, zweifelt an rein technischen Lösungen. Er setzt lieber auf Teams bewaffneter, militärisch ausgebildeter Fachleute, die die Schiffe begleiten. Sechs bis acht Mann seien erforderlich, um ein Schiff wirkungsvoll zu schützen. "Diese Teams müssen eine sichere Taktik und eine bestimmte Ausrüstung haben." Manche Reedereien gehen diesen Weg schon. Der allerdings ist kostspielig: Mehrere tausend Euro kostet eine Sicherheitseskorte - pro Tag.

Steffen bestätigt: Private bewaffnete Sicherheitskräfte sind ein wirkungsvoller Schutz. "Es gibt aber nur sehr wenige gute Leute, die auch verantwortungsvoll mit den Waffen umgehen."

Laut Steffen ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, es gar nicht erst zur Nahkampfsituation kommen zu lassen. Radar und Flugberatungsdienst (Aeronautical Information Service) können dabei helfen. Hat man ein Schiff erst einmal erfasst, kann man es auch nachts mit Restlichtverstärkern und Infrarot-Ferngläsern verfolgen und bei abgedunkeltem Schiff Ausweichmanöver einleiten.

"Viele Reeder wären gut beraten, zunächst einmal das kleine Einmaleins der Sicherheit umzusetzen", meint Steffen. Also: Risikosituationen erkennen und vermeiden, die Vorgehensweisen verschiedener Piratengruppen verstehen, gefährliche Kontakte frühzeitig erkennen und Ausweichmanöver einleiten.

"Grundsätzlich ist passive Verteidigung wie Aufklärung und Zäune der aktiven vorzuziehen", meint Steffen. "Taktische und passive Schutzmaßnahmen bieten noch gewaltiges Potential." Der Ruf nach Technik entspringe zumeist der Ideenlosigkeit der meisten Security-Anbieter und der Unwissenheit vieler Kunden. Gerade aus den USA würden häufig technikgesteuerte Lösungen auf den Markt geworfen, die sich häufig als teure Abfallprodukte des Militärs entpuppten. Zudem müsse man die auch erst einmal bedienen können. Die Besatzung darin zu unterweisen, davon rät Steffen ab. "Es müsste schon immer ein Experte mitfahren, der die Geräte bedienen kann."

Dennoch könne man die Besatzung besser vorbereiten. Sie müsse die oftmals geringe Wirkung der Piratenwaffen auf das Schiff erkennen und sich durch Drohgebärden nicht einschüchtern lassen. "Wenn man nicht anhält, egal wie langsam das Schiff ist und wie niedrig das Freibord, gestaltet sich das Entern schon sehr schwer."

Quelle: Spiegel.de

Die US-Armee rüstet sich mit einer Mikrowellenkanone für neue Bedrohungen wie Sprengstoffdrohnen in Syrien und im Irak. Als Luftabwehrstellung soll die Kanone bei Bedarf ganze Schwärme von Drohnen mit einem einzelnen Schuss vom Himmel holen, prinzipiell lässt sie sich aber auch gegen alle andere elektronischen Bedrohungen einsetzen.

Die von der Kanone über eine Schüssel ausgestrahlten Mikrowellen rösten einem "Engadget"-Bericht zufolge alles, was Schaltkreise hat. Das können Drohnen sein, prinzipiell könnte die Kanone aber auch die Elektronik sich nähernder Fahrzeuge oder feindliche Computer zerstören. Die Funktionsweise sei mit einem elektromagnetischen Puls (EMP) vergleichbar, mit dem man ebenfalls elektronische Geräte zerstören kann.

Gebaut wird die Mikrowellenkanone vom Rüstungskonzern Raytheon. Die Firma arbeitet für die US-Regierung bereits seit 2013 an der Mikrowellenkanone - bis vor kurzem noch unter strengster Geheimhaltung. Viele Details - etwa die Reichweite der Mikrowellenkanone - sind immer noch unter Verschluss. Bekannt ist bislang nur, dass der Strombedarf der Anlage durch einen großen Dieselgenerator gedeckt wird, der sich im Anhänger verbirgt, auf dem die Kanone montiert ist.

Auch China erprobt Mikrowellenkanonen

Die US-Streitkräfte sind nicht die einzigen, die mit Mikrowellenkanonen experimentieren. Auch in China arbeitet man an dieser Technologie - allerdings mit einem anderen Ziel. Eine bereits vor zwei Jahren enthüllte Mikrowellen-Kanone des chinesischen Rüstungskonzerns Poly Group ist für den Einsatz gegen Demonstranten und zur Montage auf Patrouillenbooten gedacht.

Von der Mikrowellenkanone aus China ist bekannt, dass ihr Beschuss nicht tödlich ist, aber außergewöhnlich starke Schmerzen verursacht. Wirklich ausgereift war sie zuletzt allerdings noch nicht: Das System soll 16 Stunden brauchen, um hochzufahren. Außerdem funktioniert es bei Regen nur eingeschränkt. Ob solche Limitierungen - enormer Stromverbrauch und Witterungsabhängigkeit - auch die US-Mikrowellenkanone zur Drohnenabwehr plagen, ist bisher nicht bekannt.

Quelle: Krone.at


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